Schwerden, Lappland ...von Umea nach Abisko

 

 

Im September durch Nordschweden, durch die beiden Provinzen Norrbotten und Västerbotten ... wenn die Mücken- und Touristenmassen vorbei sind!

 

Die Provinzen sind Teil von Schwedisch Lappland und bieten 'Natur pur', mit weiten Ebenen im Osten und Bergen im Westen, aber auch mit Ortschaften wie Kiruna, Piteå, Luleå und Haparanda oder Umeå, Vilhelmina und Lycksele usw.

 

Im frühen Mittelalter galt Norrbotten als Niemandsland, bevölkert von einigen Urvölkern.

Ab etwa dem 11. Jahrhundert versuchten die schwedischen Könige, das Gebiet zu kolonisieren und zu christianisieren, aber auch heute noch leben Tornedaler und Samen in der Region und bewahren ihre eigene Kultur und ihre Bräuche.

Nachdem in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts mehrere Erzvorkommen entdeckt wurden begann die Industrialisierung.

Im 20. Jahrhundert gab es eine starke Zuwanderung von Arbeitskräften aus andern Landesteilen und ein Abwanderung von jungen Leuten, die lieber in den städtischen Gebieten im Süden von Schweden leben wollten.

Ein Roadtrip durch Norrbotten län (der grössten Provinz in Schweden, an der Grenze zu Finnland und Norwegen) und Västerbottens län (bestehend aus der historischen Provinz Västerbotten, dem südlichen Teil Lapplands und dem nordöstlichen Teil von Ångermanland) ist vor allem eine Reise durch Wälder und weite Ebenen, vorbei an Flüssen, Seen und Wasserfällen, und immer können mit Rentieren auf oder neben der Strasse stehen und mit etwas Glück sieht man auch Elche usw.

Das Strassennetz ist gut ausgebaut, die Europastrasse 45 (E45) und die E4 sind wichtige Nord-Süd-Verbindungen ... aber die kleinen Strassen abseits dieser Verbindungen sind natürlich viel interessanter, genügend Zeit sollte jedoch eingerechnet werden.

 

Überall haben wir sehr nette Leute getroffen.

Ein Highlight war die Hilfsbereitschaft bei einer Reifenpanne 80 Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt. DIe E45 war hier auf ca. 30 Kilometer eine Baustelle, der Belag war entfernt, die Fahrspur bestand aus scharfkantigem Schotter. Nachdem sich bei der Pannenhilfe niemand meldete (Vermieter Hertz, die Tel.-Nummer war im Auto angebracht) half uns ein Tankstellenbetreiber, organisierte einen Abschleppdienst, seine Frau offerierte uns während der Wartezeit Kaffee, Tee und Kuchen.

Nachdem der Abschlepper nach etwa drei Stunden eintraf musste dieser zuerst sämtliche Werkstätten in der Nähe (sprich im Umkreis von etwa 100 Kilometern) anfragen, ob die Reifengrösse vorhanden sei. Als alles geklärt und das Auto aufgeladen war gings die 80 Kilometer retour, Reifenwechsel und nochmals die Strecke durch die Baustelle - diesmal ohne Reifenproblem.

 

 

 

Hinweise:

 

Mückensaison ist in der Regel in den Monaten Juni, Juli und August.

Im September haben wir mit Ausnahme einer an der Windschutzscheibe am Auto keine Mücke gesehen ... Glück oder weil's September war?

 

Das Wetter kann sehr schnell wechseln. Im September hatten wir innerhalb von Stunden Schneeschauer bis angenehmstes T-Shirt-Wetter alles. Entsprechende Kleidung in Griffnähe kann also von Vorteil sein.

 

Eine äusserst vorsichtige Fahrweise ist angesagt: Rentiere tummeln sich gerne auf den Strassen 'rum und Elche überqueren die Strassen auch abseits der Zebrastreifen ohne Vorwarnung ...

 

Mietwagenfahrer*innen sollten unbedingt darauf achten, dass eine gute Schadensdeckung inbegriffen ist (meistens als Zusatzversicherung zu buchen) – Steinschlag, defekt am Unterboden usw. kommen immer wieder vor.

 

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